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Home | Friedhöfe | Zentralfriedhof | Lueger-Kirche

Friedhofskirche Zum Heiligen Karl Borromäus
Einweihung 1911
Tor 2

"Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche"
"Lueger-Kirche"

Die katholische Kirche am interkonfessionell angelegten Zentralfriedhof ist anteilsmäßig der Anzahl der Begrabenen auch die größte dort.
Den Grundstein legte der damals regierende christlich-soziale Bürgermeister Dr. Karl Lueger (1844 - 1910).

Das Gotteshaus wurde dem Hl. Karl Borromäus (1538 - 1584) geweiht, einem Namenspatron des Bürgermeisters. Dieser starb kurz er vor der Fertigstellung und die Kirche wurde dann "Dr.-Karl-Lueger-Gedächtniskirche" genannt (im Volksmund: Lueger-Kirche).
Der Bürgermeister wurde in einem Ehrengrab in der Kirchengruft beigesetzt.

1908 Grundsteinlegung
 
Fassade Westseite
Fenster Empore
Kapelleneingang, Kircheninneres
Dass die Stadt Wien die Kirche finanzierte, hat sich auch mehrmals in der Bausubstanz verewigt: Das Wiener Wappen findet sich in den Fenstern, an der Außenfassade, über den Kapellen im Kircheninneren und auf den vorderen Kirchenbänken wieder.

Architekt Max Hegele (1873 - 1945, Ehrengrab Friedhof Hadersdorf) war noch keine 30 Jahre alt, als er den Entwurf für die Kirche 1899 einreichte und den Wettbewerb gewann.
Es dauerte noch einige Jahre, bis der Bau begonnen wurde (1908 - 1911). In den Jahren zuvor entstanden das Eingangsportal und die beiden Aufbahrungshallen, ebenfalls nach Entwürfen von Max Hegele.

Eine weitere Jugendstilkirche in Wien sieht der am Zentralfriedhof sehr ähnlich, (zumindest auf den ersten Blick), sie stammt von Otto Wagner (1841 - 1918).
Er war eine Generation älter und bereits ein etablierter Architekt in Wien.

Wer nun annimmt, der Jüngere hat vom Älteren abgeschaut, irrt. Es war umgekehrt. Und das kam so: Otto Wagner saß damals in der zuständigen Prüfungskommission für die Friedhofskirche, sah die Pläne, und war offensichtlich davon sehr inspiriert, und entwarf in Folge die Steinhofkirche.
Dass diese dann früher gebaut wurde als die von Hegele, lag vielleicht am zuständigen Geldtopf, Steinhof gehörte damals noch zu Niederösterreich.
Diplomatisch würde ich sagen: die beiden haben sicher miteinander geredet und sich gegenseitig beeinflusst.

Architekt Max Hegele, 1873 - 1945
 
Aufbahrungshalle
Eingangsportal
Kirche Am Steinhof, Otto Wagner

Ein Unterschied der beiden Kirchen fällt sofort auf: Otto Wagner setzt, aufgrund der Hanglage, die Glockentürme an die Vorderseite. Bei Hegele ist es genau umgekehrt, um die Kuppelwirkung von vorne noch mehr zu verstärken.

Passend zu einer Begräbniskirche zeigen die Uhren auf den Glockentürmen die "Lebenszeit" an: TEMPUS FUGIT (die Zeit flieht). Das sind 11 Buchstaben, und die 12. Stunde ziert ein Kreuz, welches unsere Todesstunde symbolisiert. Die steht jedem ins Haus. Zitat Wilhelm Busch: "Es hilft kein Leugnen und kein Streben, wir müssen sterben, weil wir leben."

Steinhof: Glockentürme vorne
 
Zentral: Glockentürme hinten
optimale Kuppelwirkung
Die Zeit flieht - Tempus fugit

Um die am Zentralfriedhof fehlende Hanglage etwas auszugleichen, setzte Max Hegele die Kirche auf einen Sockel. Das war ein genialer Schachzug von ihm, denn dadurch wird die Unterkirche in die Höhe gezogen.
Die Fenster im Parterre erhellen die Guft an einem sonnigen Tag so stark, dass nicht mal die Lampen eingeschaltet werden müssen. Glasfliesen im Kirchenboden lassen noch zusätzlich Licht hinunterströmen.

Mehr als 20 Stufen führen über eine dreigeteilte Treppe zum dreiportaligen Kircheneingang hinauf. Ihre Stiegen werden bei großen Begräbnissen auch für Kranzniederlegungen genutzt.

Gruft: Tageslicht
 
Gruft: Kunstlicht
dreigeteilte Treppe
Blick zu Tor 2, Haupteingang