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Home | Palais | Rothschild Albert

 

  Palais Rothschild Albert   
4., Prinz-Eugen-Straße 20 - 22

 

Architekt: Hippolith Destailleur
1884, 1954 demoliert

Albert Baron Rothschild (1844 - 1911) war ein Bruder des Nathaniel Rothschild. Sein Palais wurde 1879 - 84 nach Plänen des aus Frankreich stammenden Architekten Hippolith Destailleur in der Prinz-Eugen-Straße gebaut.

Vor dem innerhalb der Straßenfront zurückversetzten dreigeschoßigen Gebäude lag ein geräumiger Ehrenhof, der gegen die Straße durch ein hohes Gitter und Dienerschaftsgebäude abgeschlossen war.

Das gewaltig dimensionierte Stiegenhaus in welchem weißer Marmor verwendet wurde, war mit Gobelins, Spiegeln und Wandgemälden geschmückt; im großen Tanzsaal und den Salons, wo sich Deckengemälde von Jean de Witt und Tiepolo befanden, dominierten Louis-Seize-Formen.

Eine Kuriosität stellte die auf dem Dach des Mittelrisalits befindliche Sternwarte dar, die über eine schmale Holztreppe vom zweiten Stock aus erreichbar war.

Silbersaal, Foto 1941
 
Der Park an der Rückseite zur Plößlgasse war ein wichtiges Element im Gesamtkonzept.

Das Palais hatte den Krieg ohne Bombenschäden überstanden (Foto oben 1945), war jedoch durch rücksichtslose Nutzung für Dienststellen der Besatzungsmächte völlig verwahrlost.

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil im Jahre 1947 entschloss sich Louis Rothschild, das Grundstück und Palais mit der Auflage der Errichtung eines Pensionsfonds für seine ehemaligen Angestellten der Republik Österreich zu überlassen.

Der Bund hatte für das Objekt in der Prinz-Eugen-Straße jedoch keine Verwendung und begann 1954 mit den Demolierungsarbeiten.

Soweit noch verwertbar, wurde ein Großteil der Innenausstattung im Dorotheum billigst versteigert. Boiserien, Kamine und Luster fanden um ein Spottgeld ihre Käufer.

Die Marmorausstattung des prunkvollen Stiegenaufganges, Stufen, Balustraden und Säulen erwarb ein Italiener; die Mehrzahl der vielen Steinbildhauerarbeiten wurde jedoch achtlos zerstört.

Kunstvoll geschmiedete Park- und Fenstergitter sowie zahlreiche ornamentale Treibarbeiten, welche die Dachsilhouette belebten, warf man bedenkenlos zum Altmetall.
Die reiche Blattvergoldung an der Decke des Tanzsaales war Anlass für Überlegungen, das Edelmetall aus dem Bauschutt zurückzugewinnen, was sich jedoch als zu unwirtschaftlich erwies.

Albert Freiherr von Rothschild
 

Da das Gebäude außergewöhnlich solid gebaut war, mußten Sprengungen vorgenommen werden, um die festgefugten Mauern des Mitteltraktes zu Fall zu bringen. 1960 trat an die Stelle des Palais Rothschild die Kammer für Arbeiter und Angestellte.

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