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Home | Friedhöfe | Zentralfriedhof | Ehrengräber | Gruppe 33 G | Nr. 68, Böhm

Ehrengräber Gruppe 33 G
Zentralfriedhof

Max "Maxi" Böhm
Schauspieler, 1916 - 1982

Max "Maxi" Böhm
Schauspieler, 1916 - 1982

Zentralfriedhof, Gruppe 33 G, Nr. 68

Lageplan Gruppe 33 G

wikipedia

Maxi Böhm: Er kündigt seinen nahenden Tod an

Bis zur Mitte der siebziger Jahre lebte der Schauspieler und Kabarettist Maxi Böhm mit seiner Frau Huberta und seinen Kindern Max, Michael und Christa am Brahmsplatz 4 auf der Wieden. Das schräg gegenüber vom Theater in der Josefstädter Straße 9, in das er danach übersiedelt, sollte seine letzte Adresse werden.

Selten hat jemand kurz vor seinem Tod so präzise angekündigt: "Sehr geehrter Herr Professor!", schrieb Böhm am 23. November 1982 an den Regisseur Hans Jaray, mit dem er gerade die Rolle des Theaterdirektors Striese in der Komödie Raub der Sabinerinnen im Theater in der Josefstadt probierte.

"Ich glaube, es ist wichtig, Sie über meinen Zustand zu informieren. Ich war schon ein paar Mal, seit wir probieren, versucht, Sie zu ersuchen, mich umzubesetzen: Ich werde jetzt 67 Jahre alt und mir wird das Pensum einfach zu viel.
Jeden Abend diese schwere Vorstellung, die meinen hundertprozentigen Einsatz verlangt, und am Tag die Proben, die mir nicht Freude auf den Striese machen, sondern mich in eine Art Psychose gebracht haben: Seit elf Tagen lebe ich nur von Haferschleim ... Ich bin auch deshalb in einem Zustand der Angst, weil wir in der nächsten Woche Fernsehaufzeichnungen in den Kammerspielen haben und ich nicht mehr durchhalten kann!
Ich bitte Sie hiermit sehr herzlich um Verständnis für meine spezielle Situation. Danke Ihr M. B."

Doch der Theaterbetrieb kennt kein Verständnis für eine "spezielle Situation", Proben, Vorstellungen, Aufzeichnungen - alles lief weiter, wie geplant. Böhm, der ganz offensichtlich am Ende seiner Kräfte angelangt war, hatte drei Jahre zuvor seine Tochter Christine bei einem Badeunfall und zwei Jahre zuvor seinen Sohn Max, der freiwillig aus dem Leben geschieden war, verloren.

Proben, Vorstellungen, Aufzeichnung. Und dann die Premiere des Raubs der Sabinerinnen, ein paar Wochen, nachdem er den verzweifelten Aufschrei an seinen Regisseur abgeschickt hatte.

Vier Tage später, am 26. Dezember 1982, um 12.30 Uhr, hört Max Böhms Herz zu schlagen auf. Der Schauspieler und Kabarettist bricht in seiner Wohnung in der Josefstädter Straße tot zusammen.

Tage zuvor trat er noch in der Revue Schau'n Sie sich das an in den Wiener Kammerspielen auf, in der er ein (selbst verfasstes) Gedicht über seinen Tod vortrug:

"An jenem Tag, der einmal kommen muss, wird selbstverständlich alles weitergeh'n wie bisher, als wäre nichts Besonderes vorgefallen. Nur das Theatergebäude, in welchem ich mich als Komiker verkleidet hatte, wird einen schwarzen Stoff in den Wind hängen ... An den Fingern einer einzigen Hand wird man sie abzählen können, die ehrlich um mich trauern, denen der Verlust wirklich weh tut ... An jenem Tag."

(Quelle: Georg Markus)

 


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Hedwig Abraham