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Home | Kaffeehäuser | Café Demel

Café Demel

1010 Wien, Kohlmarkt Nr. 14
Telefon: 0043 - 1 - 535 17 17 - 0
E-Mail: wien@demel.at
Öffnungszeiten: täglich 9.00 - 19.00 Uhr

Die Demelinerinnen

Der Demel-Kaffee

Die Backstube

berühmte Bonbonverpackungen

berühmte Schaufensterdekorationen

Demel-Spezialitäten

 

Geschichte der Hofzuckerbäckerei Demel

Der Schriftsteller Friedrich Torberg sagte über das Publikum im Demel: "...zum größten Teil Aristokraten. Und wenn sie es nicht von Haus aus sind, dann sind sie es vom Demel aus."

Zuckerbäcker Dehne und das Alte Burgtheater

1786 kam der deutsche Zuckerbäckergeselle Ludwig Dehne aus Württenberg nach Wien und eröffnete bei der Hofburg, gegenüber dem Alten Burgtheater, seine "k.u.k. Hofzuckerbäckerei".

Er wurde bald darauf Hoflieferant und lieferte für kaiserliche Bälle und Gesellschaften Gefrorenes, Süßigkeiten (die Faschingskrapfen waren berühmt, ebenso die Mandelmilch) und Früchtesorbets. 

Weitergeführt wurde der Betrieb von seinem Sohn August Dehne, und dieser erwirtschaftete damit ein beachtliches Vermögen. Dehne erwarb großen Grundbesitz in Hütteldorf, der Dehnepark, die Dehnegasse, beide im  14. Wiener Gemeindebezirk, zeugen heute noch davon. 

   Altes Burgtheater

Zuckerbäckergeselle Ferdinand Raimund

Der berühmtester Geselle von August Dehne war (angeblich?) Ferdinand Raimund. Dieser hieß damals noch Reimann, und musste im Alten Burgtheater als sogenannter Numero (diese trugen nummerierte Hüte) die Schauspieler in deren Spielpausen mit Erfrischungen versorgen. 

Er roch dort den Bühnenduft, brach seine Zuckerbäckerkarriere ab und wurde ein berühmter Schauspieler und Schriftsteller.

Sein Ende war allerdings tragisch: Von einem Hund gebissen, fürchtete er, von Tollwut befallen worden zu sein, und erschoss sich. Aber er traf seinen Kopf so unglücklich, dass er erst nach 3 Tagen elendiglich zugrunde ging.

Ferdinand Raimund

Dehne verkauft an Demel 

Schließlich verkaufte August Dehne 1857 die Konditorei an seinen ältesten Gesellen,  Christoph Demel, inklusive aller Privilegien. Das Geschäft wurde auf den Kohlmarkt verlegt, und von den Söhnen Josef und Karl weitergeführt, seitdem hieß es "Ch. Demel' s Söhne". 

Karl Demel, der mit Maria Griensteidl verheiratet war, durfte immer den Christbaum des Kaisers schmücken.
Dafür war alljährlich eine halbstündige Unterredung mit dem Kaiser notwendig.

Aber die war eigentlich umsonst, denn F. J. wollte jedes Jahr die gleiche Aufmachung. Trotzdem war Karl Demel 2 Tage vorher und 3 Tage nachher nicht ansprechbar, fix und fertig, so sehr regte es ihn jedes mal auf.

Geselle Demel übernimmt Betrieb
 

Anna Demel: erste Kommerzialrätin Wiens

Nachdem Karl' s Sohn kinderlos starb, übernahm sein Bruder Christoph die Konditorei. Verheiratet war er mit Anna (geboren1872) welche später als Anna Demel Berühmtheit erlangte. 

Nach der Scheidung ging ihr Mann nach Paris, sie übernahm 1917 die Geschäftsleitung, und das höchst erfolgreich - trotz aller wirtschaftskrisen und zweier Weltkriegen inklusive abschließender Besatzungszeit. Sie starb 1956.

Anna führte ein strenges Regiment von früh morgens bis spät abends an der Kassa, am sog. "Beichtstuhl". 84jährig starb die "Seele des Demel" 1956. Aufgrund ihrer Bemühungen um den Demel war ihr 1952 als erster Frau der Titel Kommerzialrat verliehen worden.

 
Anna Demel

Intermezzo Udo Proksch

Die Liegenschaft ging 1972 auf einen Schweizer Konzern über, 1974 übernahm Udo Proksch den Demel. Dort gründete er den Club 45, Mitglieder waren eine Schar von Politikern und andere illustre Persönlichkeiten aus dem Künstlermilieu.

Proksch ging regelmäßig zu den Morgenmessen in der nahe gelegenen Michaelerkirche, kam immer zum Gottesdienst am Sonntag.

Er spendete der Pfarre größere Geldbeträge, wenn immer Bedarf war. In seinem Demel ließ er ein Modell der Michaelerkirche aus Zucker anfertigen und schenkte es dem Pfarrer.

Das Intermezzo Proksch dauerte nicht lange: Er war ein Vermessener, Verrückter, der u.a. die Senkrechtbestattung propagierte, und letztlich als Betrüger und Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Begraben liegt er in Döbling. Das Zimmer im Demel, das er einst extra für Imelda Marcos umbauen ließ ("Marcos-Zimmer"), ist längst rückgebaut und wird heute Berzeviczy-Salon genannt.

 

 

 

   

Der Demel heute

1994 übernahm die Raiffeisen Bank den Betrieb (später Do & Co). Es folgte eine umfassende Renovierung, die 1,5 Jahre gedauert hatte. In dieser Zeit musste das Lokal nur drei Tage geschlossen werden.


Die Umgestaltungspläne stammten von Architekten Dr. Ruccio, der schon das Looshaus umgestaltet hatte (ebenfalls im Besitz der Raiffeisenbank).

Bei den Grabungen stieß man auf einen 2. Keller, darunter auf römische Mauern und eine Zisterne. Es gibt nun einen Verbindungsgang zwischen Loos-Haus und Demel.

Bei der Wiedereröffnung des Demels nach der Renovierung waren 600 Gäste geladen, Ehrengast war Peter Ustinov. Zwei Pfarrer segneten das Lokal, es wurde das Lied "Großer Gott wir loben dich" gesungen, wohl das erste geistliche Lied, das im Demel erklang. 

Genutzt wird nicht nur das Erdgeschoss, sondern auch der 2. Stock, in dem einst die Familie Demel wohnte (das Schlafzimmer mit der Lederkassettendecke ist noch erhalten), und auch der 3. Stock (einst die Räumlichkeiten des Club 45), sind für Gäste zugänglich gemacht worden.

 
Demel heute

Streit um die Sachertorte

Wie die Sachertorte im Hotel Sacher entstand: 1832 wünschte sich der nörgelnde Fürst Metternich dereinst etwas Süßes, Neues, und in seiner Not mischte der Lehrling Franz Sacher mehr zufällig Zutaten zusammen, die den adeligen Herrn mehr als zufrieden stellten.

Die Sachertorte war geboren. Wie das Rezept dieser Sachertorte dann an den Demel gelangte, darüber gibt es mehrere Versionen: 

Sacher's Sachertorte
 
  • Version 1: Frau Anna Demel half Eduard Sacher, Nachfolger von Anna Sacher, 1930 aus einer finanziellen Patsche, und dieser überließ dem Haus Demel das Rezept der weltbekannten Sachertorte. 

  • Version 2: Frau Anna Sacher hatte einen Sohn Eduard, der 1935 das Sacher an die Familie Gürtler verkaufte, und dann beim Demel weiterarbeitete. Er hatte das Sachertortenrezept zum Demel mitgenommen.
  • Version 3: Frau Anna Sacher hatte zwei Söhne, von denen der eine anständigerweise ein Restaurant gründete (Sacher Baden/Wien), und einen missratenen Sohn, der das Sachertortenrezept an den Demel verkaufte.
 
Demel's Sachertorte

Bereits 1938 gab es die ersten Meinungsverschiedenheiten und nach dem Zweiten Weltkrieg, 1954, klagten die Nachfolger von Sacher dagegen, dass Demel die Original Sacher Torte herstellte und verkaufte. 

Sieben Jahre dauerte die juristische Auseinandersetzung um die "Alleinvertretungsansprüche" der Torte, die der Zuckerbäckerlehrling Franz Sacher 1832 mehr oder weniger zufällig entdeckt hatte. 

1963 einigte man sich außergerichtlich und salomonisch: Die Sachertorte vom Hotel Sacher führte fortan ein rundes Siegel mit der Aufschrift "Original Sachertorte", Demel hingegen führt seither ein dreieckiges Siegel mit der Aufschrift "Eduard Sacher-Torte".

Meine Gäste, welche beide Torten ausprobieren, sagen: "Es schmecken beide vorzüglich!".

Die Demelinerinnen

Im Demel herrschen nach wie vor die Frauen. Von Management bis zum Servicepersonal. Es gibt keinen Ober, sondern Oberinnen, welche Demelinerinnen genannt werden.

Die Mädchen wurden früher aus einer Klosterschule rekrutiert (18. Bez.), daher die schlichte schwarz-weiße Tracht mit Schürze.

Sie durchlaufen eine umfangreiche Ausbildung, die Bonbonverpackung, kaltes Buffet, Ingredienzien u.v.m. umfasst. Beim Servieren sagen sie den berühmter Demel-Satz: "Haben schon gewählt?"

Eine Demelinerinnen soll einen adeligen Verehrer gehabt haben, der für ein Rendezvous mit der Schönen "Hoffmanns Erzählungen" im Ringtheater hat sausen lassen. Es war an dem Abend, als das Theater durch einen Brand bis auf die Grundmauern zerstört wurde. So hat der Demel auch schon Leben gerettet...

 
Demelinerin

Demel Kaffee

Was den Demel von anderen Kaffeehäusern grundlegend unterscheidet, ist die Vielfalt der Kaffeezubereitung:

Hier bekommen Sie nicht nur Kaffee mit der üblichen die Espressozubereitung, sondern auch einen ganz traditionellen Filterkaffee (nach der Art der Karlsbader Kaffeeherstellung).

Der Demel-Kaffee, immer klassisch serviert auf silbernen Tablett mit Wasserglas, ist so beliebt, dass es im Haus sogar zwei Kaffeeküchen gibt.

Es gibt übrigens seit 2006 auch einen Demel in Salzburg und seit 2008 einen Demel in New York.

Demel bietet auch Filterkaffee an
 

Die Backstube

Über den Innenhof spannt sich ein Glasdach. Hier befand sich ursprünglich die Backsube, welche nach hinten verlegt wurde (also der Demel-Duft ist erhalten geblieben) und man richtete einen Wintergarten ein.

Heute ist hier eine einmalige Besonderheit von Wien zu sehen: eine Schau-Backstube. Hinter einer Glaswand verzieren die Patisserieköche die schönsten Torten und arbeiten mit Marzipan und anderen köstlichen Zutaten.

Wo kann man schon den Spezialisten so genau auf die Finger schauen, wie hier?

Schau-Backstube im Innenhof
 

Kofi Annan
Bill Clinton

Schaufensterdekorationen

Nach Annas Tod heiratete ihre Nichte Klara Demel 1960 Baron Berzeviczy-Pallavicini.

Dieser hatte einst an der Wiener Kunstgewerbeschule unter Josef Hoffmann studiert und war der Erfinder der süßen Schaufensterdekorationen, welche den Demel bis heute auszeichnen.

Im dritten Stock hatte der Baron das Modell eines Demel-Schaufensters in Originalgröße aufgestellt, wo er jede neue Auslage ausprobierte.

Heute wechseln die Schaufensterdekorationen nach wenigen Wochen und haben immer Aktualität. Entweder wird auf die Jahreszeit Bezug genommen, oder auf eine laufende Kunstausstellung, oder auf politischen Besuche in der Landeshauptstadt, oder ....

süße Skulpturen im Schaufenster
 

Exkurs: Berzeviczy- Pallavicini, Federico (1909 Lausanne 1989 in New York ), Designer.

Der Sohn einer altösterreichischen. Familie absolvierte in Wien das Theresianum. Mehr als ein Jahrzehnt studierte er an der Akademie für Angewandte Kunst, legte aber nie eine Prüfung ab. Seine Lehrer, darunter Josef Hoffmann und Eduard Wimmer, hielten indes viel von ihm; durch ihre Vermittlung begann Berzeviczy- Pallavicini 1932 für die Konditorei Demel zu arbeiten.

1936 heiratete er Klara Demel, die Nichte Anna Demels. Nach dem Anschluss verließ er Österreich und emigrierte nach Italien, wo er an der graphischen Gestaltung des Luxusmagazins "Aria d'Italia" unter dem Mädchennamen seiner Mutter, Pallavicini, mitwirkte.

Nach dem Krieg holte ihn der Besitzer des Magazins "Look" nach Amerika, wo er in Hollywood als Designer große Erfolge errang. Er war als Art Director von Elizabeth Arden tätig und wirkte 1956 - 1965 als Innenarchitekt und Berater für Helena Rubinstein.

Nach dem Tod seiner Frau 1965 übernahm er die Geschäftsführung der Konditorei Demel, für die er die schönsten Auslagengestaltungen schuf. Bis zum Verkauf des Geschäftes 1972 haben seine "Wiener Märchen" alle bezaubert. 1978 betätigte er sich noch einmal in seiner Heimat, als er für die Erstaufführung von H. W. Henzes Oper "Der junge Lord" das märchenhaft farbenfreudige Bühnenbild schuf.

 

Silvester
Ostern

 

 
Der Demel ist immer aktuell: 2006, EU-Vorsitz Österreich
: Außenministerin Ursula Plassnik und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel

berühmte Bonbonverpackungen

besondere Bonbonverpackungen mit besonderem Inhalt

Der Demel hat auch Berühmtheit für seine Verpackungen erlangt. Die Schachteln sind in allen Größen zu erhalten, und haben oft Entwürfe von berühmten Künstlern als Vorlage.

Vorbild für die Schaufenstergestaltung 2002 war der er Schachtelbildentwurf von Josef Diveky.

Diveky (1887-1951) entwarf für die Wiener Werkstatt Postkarten, Weinetiketten und Schachtelbilder entworfen hat, auch zahlreiche Illustrationen für Bücher, und arbeitete bei Zeitschriften mit.

 
Demel-Schaufenster, Advent 2002

Demel Spezialitäten

Berühmt ist der Demel nicht nur für seine Kreationen im Bonbonbereichsondern auch für die originellen Lebkuchenfiguren, deren Modeln aus der Sammlung des Grafen Wilcek von Burg Kreuzenstein stammen.

Kaiserin Elisabeth's Lieblingsblumen waren Veilchen, sie hatte immer welche neben ihrem Bett im Schlafzimmer stehen. Für sie kreierte der Demel ein Veilchen-Sorbet, und sie soll es geliebt haben.

Heute lockt so manchen Besucher auch das exklusive kalte Buffett in den Demel. Die gesamte Produktion der Patisserie und der Versand befinden sich im Haus am Kohlmarkt.

   alte Lebkuchenmodeln werden verwendet

 

   

 

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